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Die OKG - Frauen
Die
Emanzipation der Frau zur Faschingszeit ist älter als man es sich
träumen lässt. So alt wie die Fastnacht selbst ist auch die
„Weiberfastnacht“. Die Hexen sind ja sowieso weiblich und was
wäre denn ein Faschingsball ohne Frauen zum Flirten? Bei vielen
Karnevalsvereinen gibt's Prinzessinnen auf dem Narrenthron an der Stelle
eines „Prinz Karneval“, aber auch zunehmend im Alleingang. Eine
Prunksitzung ohne Gardemädchen und Tanzmariechen mit kurzem Rock und
strammen Beinen kann man sich doch kaum vorstellen. Auch in der Bütt
sind die Damen auf dem Vormarsch, sind sie mundwerklich dem Manne ja
sowieso überlegen!
Was also
wären die Fasent ohne Weiber – die OKG ohne ihre Frauen? Wenn man mal
ein Resümee zieht, nicht nur über eine Kampagne, sondern über ein ganzes
Jahr, so gibt es doch allerhand
zu berichten über die Frauen der Odenheimer Karnevalsgesellschaft.
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Ordensfest 2009
Fangen wir
doch mal an im Sommer. Kaum sind die großen Schulferien beendet, so kann
man im hiesigen Ortsblatt unter OKG-Info lesen: „Am kommenden Mittwoch
treffen sich die
OKG-Frauen zum Kostüme besprechen in der alten Schule“.
Da also
geht‘s schon los! Die ersten Ideen werden eingebracht, natürlich passend
zum Motto der kommenden Kampagne. Je nach dem werden Geschichtsbücher
und Bildbände gewälzt
(siehe „Mittelalter“ oder „ Land der Pharaonen“), um dem Original
möglichst nahe zu kommen. Die ersten Papierschnitte werden gefertigt und
angepasst. Dazugehörige Utensilien zum Kostüm
werden selbst gebastelt oder aus einschlägigen Faschingskatalogen
bestellt. So viele Kostüme für so viele Frauen zu schneidern, das
braucht natürlich seine Zeit. Meist bleibt es auch gar nicht nur
bei den eigenen Modellen, denn die Männer und Elferräte oder das
Männerballett brauchen auch noch das passende Outfit. Also wird genäht,
was das Zeug hält, oft sogar bis kurz vor Beginn der
Prunksitzung.
Dann wären
wir also bei der Prunksitzung. Helfende Hände sind auch hier gefragt.
Tischdecken werden aufgelegt, die Tischdekors gestellt. Schon
nachmittags geht's los mit Brötchen für
die Belegten richten. Kühlschränke werden eingeräumt, Gläser gespült –
schnell nach Hause und duschen, Kostüme richten und einpacken – sind
auch alle Gastgeschenke verpackt, genügend
Blumensträuße bestellt? Wieder in die Halle – lächeln, Belegte
verkaufen, Sekt ausschenken, Getränkewagen durchs Publikum kutschieren
und nach dem Festprogramm alles wieder aufräumen,
verstauen, säubern und spülen.

So oder
ähnlich geht es auch zu beim Burgfest im August. Jeder, der schon mal
Gast war, weiß, welche Menschenmenge da zu bedienen ist, sei es in der
Küche, beim Ausschank oder
auch schon vorher beim Vorbereiten der Speisen oder Dekoration des
Burghofes. Kein Geburtstag, keine Hochzeit oder sonstige Fête von
OKG-Mitgliedern, bei der die Frauen nicht die Hände im Spiel hätten. Sie
backen die tollsten Kuchen, machen die verführerischsten Salate oder
bereiten mal eben 200 Maultaschen für ein „Feschtle“ zu. Da wird
dekoriert, gebastelt und zur Adventszeit mit dem Nachwuchs für die
Weihnachtsfeier geprobt. Auch im Vorstand der OKG haben sich
mittlerweile drei bewährte Damen etabliert. Während der Kampagne heißt
es dann aber auch immer wieder: „Isch mei Hem gebigglt? Wu sin mei Orde?
Hasch mei Hausschlissel g’sehe? Helf mol mein Schlips binne!" Und nach
einer fastnächtlichen Sitzung: „Ich kumm glei, blos noch oi Bier! Ich
fahr’ nemme, fahr Du!“
Ja – ja,
die Männer!
Aber nicht
nur Arbeit und Stress sind zu bewältigen. Die OKG-Frauen sind auch stets
für einen Spaß zu haben. Man verbindet eben das Nützliche mit dem
Angenehmen. Ganz selbstverständlich kommen im Anschluss des Nähabends
das selbstgebackene Brot von Elsbeth und Büchsenwurst auf den Tisch und
bei zwei, drei Flaschen Sekt kommen schon die nächsten zündenden Ideen.
Alle paar Jahre unternimmt die Weiblichkeit der Odenheimer
Karnevalsgesellschaft einen mehrtägigen Ausflug. Das letzte Ziel war
Wien. Da gab es natürlich viel Kultur und noch mehr Sehenswertes. Doch
beim abendlichen Essen oder beim Schlaftrunk hatten die Damen auch eine
Menge Unsinn im
Sinn. Schön war‘s!
Beim
Ausflug in den Bayrischen Wald stellten neun der Damen sogar ihr
tänzerisches Können unter Beweis. Aus einer Sektlaune heraus und weil ja
sowieso alle gut drauf waren, formierten
sie sich zum „Herbstlaubballett“ und zeigten eine kleine Showeinlage.
Angespornt durch den Applaus und vor allem natürlich des Spaßes wegen,
wurden noch einige andere Darbietungen
einstudiert, die dann beim Ordensfest oder der Prunksitzung ihre
Premiere hatten. Lautstarke „Herbstlaub“-Rufe sind bei den verschiedenen
Faschingsbällen in der Mehrzweckhalle nicht
zu überhören, am tollsten aber treiben es die OKG-Frauen samstags nach
dem Rathaussturm.

Beim Zug durch die Gemeinde bleibt fast keiner verschont. Besonders auf
die Odenheimer Geschäftswelt haben sie es dabei abgesehen. Der erste
Anlaufpunkt ist die Zahnarztpraxis Tengler, da gibt‘s Gulaschsuppe. Vom
Obst- und Gemüsestand vis-à-vis vom Bäcker Frank holten sie sich schon
manchmal die ersten Ostereier. Eine längere Pause ist immer eingeplant
bei Charly Plöger. Dort werden nicht nur die ersten Wehwehchen kuriert
(ABC-Pflaster, Aspirin o. ä.), da gibt es auch ‚ne Menge Schampus. Zur
Meterwurst von Robert Pfeiffer holt man sich die Weck vom „Beckerles-Beck“.
Weiter geht‘s zum Geschenkhaus Bolich. Wer noch nicht hat, holt sich da
den passenden Lippenstift zum Clownanzug und außer Sekt gab‘s da auch
schon mal „Grummbieraworscht“
bei Friedel und Seppl in der Küche. Ein weiteres Highlight bei diesem
Rundgang dürfte die Fête beim Frisörgeschäft Stricker/Baader sein.
Meistens trifft man da auch die ersten Elferräte wieder. Die nächste
Erfrischung wartet bei „Zagschte Bärbl“, danach finden sich alle, auch
die Männer der OKG, beim Vesperstüble Köstel ein, um sich da nochmals zu
stärken. Nach einer anständigen Brotzeit folgt der letzte Akt dieses
anstrengenden Tages. Einmarsch von Elferrat und Garde in der
Mehrzweckhalle. Selbstverständlich unterstützt von den Frauen der OKG.
Es gibt noch viele Dinge, die von den Weiblichkeiten der Odenheimer
Karnevalsgesellschaft erledigt und bearbeitet werden. Dinge, die
inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden sind, die man oft nicht
mehr wahrnimmt. Nicht laut – nein, die Frauen der OKG arbeiten im
Hintergrund, sie sind immer da und für alles aufgeschlossen. Der Erfolg
ist ihre größte Freude. So sind sie halt.
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